Der ehemalige Wasserturm aus dem Jahr 1888 ist ein prägnantes Zeugnis der Eisenbahngeschichte und markanter Bestandteil des Stadtbilds von Hildburghausen. Im Zuge seiner Umnutzung wird das denkmalgeschützte Bauwerk zu einer modernen Betriebs- und Steuerzentrale für den öffentlichen Nahverkehr transformiert. Ziel ist die Verknüpfung von funktionalem Innenleben mit historischer Hülle – als zeitgemäße Antwort auf Anforderungen an Infrastruktur, Stadtidentität und Ressourcenschonung.
Unter dem Leitmotiv „klein, aber fein“ wird die beschränkte Fläche von ca. 72 m² durch eine klare, platzoptimierte Raumorganisation maximal ausgenutzt. Der Bestand wird respektvoll ertüchtigt und durch gezielte Eingriffe aufgewertet: Eine neue Galerieebene, raumbildende Glastrennwände sowie individuell angepasste Möbel und Einbauten schaffen ein hochwertiges, flexibles Arbeitsumfeld mit Aufenthaltsqualität.
Das Erdgeschoss fungiert als öffentlich zugänglicher Fahrgastbereich mit Ticketverkauf und wettergeschütztem Wartebereich. Die oberen Ebenen beherbergen Leitstelle, Besprechungsraum, Teeküche und Aufenthaltsflächen. Barrierefreier Zugang, verbesserte Wegeführung und moderne Gebäudetechnik machen das Gebäude zukunftsfähig.
Die äußere Klinkerfassade wird erhalten und durch eine Kombination aus Innen- und Außendämmung thermisch ertüchtigt. Die historische Holzverkleidung im Dachbereich wird durch eine neue, langlebige Ausführung ersetzt. Fenster und Türen werden energetisch optimiert, ohne das Erscheinungsbild zu verändern. Im Innenraum kommen Akustikdecken, Putzflächen, Glas und Metall zum Einsatz – Materialien, die Beständigkeit und Klarheit vermitteln.
Die Neunutzung reaktiviert ein identitätsstiftendes Gebäude in zentraler Lage und stärkt die Sichtbarkeit des ÖPNV am Verkehrsknotenpunkt Bahnhof/Busbahnhof. Die Maßnahme leistet einen Beitrag zur nachhaltigen Stadtentwicklung, zur Aktivierung bestehender Infrastruktur und zum architektonisch sensiblen Weiterbauen im Bestand.